Dienstag, 2. Oktober 2012

[Kino] Wie beim ersten Mal - seit 27. September 2012 in deutschen Kinos

Beziehungsanalyse unter dem Mikroskop

In Deutschland läuft "Wie beim ersten Mal" mit "FSK 6", in den USA als "PG-13 (Sexual Content)", aber Kinder und Jugendliche wird es kaum in diesen Film ziehen, denn der Plot zielt auf die sogenannten Best Agers.

Zum 31. Hochzeitstag schenken sich Kay (Meryl Streep) und Arnold Soames (Tommy Lee Jones): ein Pay TV-Abo. Arnold geht zur Arbeit, blättert in seiner Freizeit in Golfzeitschriften und sitzt abends vor dem Fernseher, bis er einschläft. Befriedigend ist das für beide nicht. Während Arnold aber die Situation "aussitzt", versucht Kay durch spontanes Buchen einer Paartherapie neuen Schwung in die Beziehung zu bringen. Arnold folgt ihr dazu widerwillig von Nebraska in eine abgeschiedene Kleinstadt in Maine.

Der Trailer verspricht eine ernst(haft)e Auseinandersetzung, aber dennoch humorvollen Umgang mit dem Thema. Der interessante Plot könnte in eine lockere Komödie mit ernsten Untertönen münden. Doch die Story ist vor allem in den Therapiegesprächen, die die Beziehung der beiden Akteure regelrecht "seziert", auf 100 Minuten extrem langatmig umgesetzt - leider können auch die beiden hervorragenden Hauptdarsteller Meryl Streep und Tommy Lee Jones daran nicht vorbeiagieren. Der Film hat zarte Untertöne, sehr warmherzige Momente und die Figuren sind detailliert und präzise herausgearbeitet. Aber unter der Ankündigung "vom Regisseur von "Der Teufel trägt Prada"" werden Erwartungen geweckt, die nicht eingelöst werden können. Da ist selbst der beste Best Ager erschöpft und enttäuscht. Schade.

Wie beim ersten Mal. Seit 27. September 2012 in deutschen Kinos. Regie David Frankel, Hauptdarsteller Meryl Streep, Tommy Lee Jones, Steve Catrell. Originaltitel: Hope Springs.

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